Framilonband ist ein Begriff, der beim Nähen immer mal wieder auftaucht. Es wird meistens verwendet, um Stoffe zu kräuseln, aber zum Beispiel auch um Nähte zu verstärken oder um dekorative Raffungen zu erzeugen.
Aber was genau ist Framilonband und wie verwendet man es? In diesem Blogbeitrag möchte ich dir alle wichtigen Fragen rund um das durchsichtige elastische Band beantworten und du findest zwei Schritt-für-Schritt Nähanleitungen, um zu sehen, wie man es vernäht. Zuallerest stellt sich natürlich die Frage:
Was ist Framilonband überhaupt?
Framilonband ist ein dünnes, durchsichtiges Band aus thermoplastischem Polyurethan (TPU),das sehr dehnbar und reißfest ist. Meistens ist es in den Breiten 6mm und 9mm erhältlich.
Framilon ist der gebräuchlichste Name für das elastische Band und wird oft als generischer Begriff verwendet, aber eigentlich ist „Framilon“ nur ein Markenname von Prym. Das ist also so, wie wenn man „Uhu“ sagt, wenn man Klebstoff meint. Das PU-Band von Vlieseline heißt beispielsweise „Framilastic“.
Andere Namen, unter unter denen du das Band findest, sind „elastisches PU-Band“ oder einfach „transparentes elastisches Band“. Manchmal wird es auch als transparentes Silikonband bezeichnet, obwohl das technisch nicht ganz richtig ist, denn Silikon und Polyurethan sind zwei verschiedene Stoffgruppen.
Was ist der Unterschied zu Gummiband?
Framilonband wird oft an Stelle von Gummiband verwendet, aber es ist viel dünner und hat eine wesentlich höhere Rückstellkraft als normale Gummibänder.
Gefühlt finde ich das Kräuseln mit Gummiband etwas einfacher als mit Framilon, aber bei Gummi kann es leicht passieren, dass es beim Annähen gedehnt wird. Dann ist die Raffung am Ende um eine undefinierbare Läge breiter als das benutzte Gummi. Das ist natürlich nicht so toll. Das passiert bei Framilonband nicht, da es aufgrund der größeren Rückstellkraft auch nach dem Annähen nicht ausleiert.
Wofür kannst du Framilonband verwenden?
Meist wird Framilon/Framilastic verwendet, um Stoffe zu raffen, zum Beispiel, wenn ein geraffter Rock an ein Kleid genäht wird, wenn du einen gerafften Rock nähst, oder wenn du einen Ausschnitt raffen möchtest.
Auch um Rüschen zu nähen, eignet es sich prima. Bei Unterwäsche wird Framilonband manchmal in die Beinnähte eingenäht, damit diese an der Rundung vom Bein/Po gut anliegen.
Weitere Verwendungen sind:
- Das PU-Band ist chlorresistent und kann bei der Herstellung von Badebekleidung als elastische Verstärkung verwendet werden.
- In der Dessous-Herstellung wird Framilonband manchmal als durchsichtiger Träger für BHs verwendet.
- Es wird gelegentlich auch als Verstärkung von Schulter- oder Seitennähten bei elastischen Stoffen eingenäht.
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Kann Framilon direkt auf der Haut getragen werden?
Das elastische Band ist durchsichtig und sehr weich und kann im Prinzip direkt auf der Haut getragen werden. Die meisten machen gute Erfahrungen damit, manche finden das allerdings auch unangenehm oder berichten sogar von Hautrötungen bei längerem Hautkontakt. Das liegt vermutlich einfach an der mechanischen Reizung, wenn das Band gekräuselt ist und über die Haut reibt.
Welchen Stich verwenden?
Der Zickzackstich eignet sich, wenn du das Framilon ungedehnt oder nur leicht gedehnt annähst, also z.B. bei Rüschen oder als Verstärkung von Nähten. So wird das transparente Band auf der vollen Breite angenäht.
Wird das Band allerdings beim Nähen stark gedehnt, wird sehr dünn und der Zickzack-Stich ist zu breit. Dann benutze einen einfachen Geradstich mit ca. 3,5mm Länge.
Pflege
Typischerweise ist das Framilonband bis 60°C waschbar, allerdings soll wohl Weichspüler verwendet werden, da dieser das Band angreift. Auch scheint es trockner-geeignet zu sein, obwohl ich das selber noch nicht ausprobiert habe.
Framilon besteht ja wie oben geschrieben aus TPU, d.h. Thermoplastischem Polyurethan. „Thermoplastisch“ heißt, dass es bei hoher Temperatur weich wird, daher stellt sich die Frage, wie heiß es gebügelt werden kann. Dazu gehen die Angaben allerdings etwas auseinander, von unter 80°C bis zu 150°C. Daher ist es sicher ratsam, sich vorsichtig an das Bügeln von Framilon heranzutasten und im Zweifel nicht direkt drüber bügeln, sondern eine Stoffschicht zwischen Bügeleisen und Framilonband legen.
Nähanleitung Framilon
Jumpsuit-Ausschnitt
Hier zeige ich das Vorgehen am Beispiel des gerafften Ausschnitts am Jumpsuit Juno. Als erstes schneidest du das Framilonband auf die Länge, die der Ausschnitt haben soll. Das ist natürlich kürzer als der Stoff, der gerafft werden soll. Du schließt das Band mit ein paar Stichen zum Kreis. Achte dabei darauf, dass du das Band nicht verdrehst. Diese Naht muss nicht gut halten, sondern hilft dir nur dabei, das Band gleich richtig an den Ausschnitt zu platzieren.
Das Band nähst du jetzt ungedehnt mit ein paar Stichen an der rückwärtigen Mitte des Ausschnittes an, damit es am Stoff gut hält. Du steckst das Band gleichmäßig an drei (oder mehr) Stellen an den Ausschnitt fest. Dabei fängst du mit der gegenüberliegenden Seite des Bandes an und steckst es an die vordere Mitte des Halsausschnitts. Als nächstes ziehst du das Framilonband auf die Länge des Stoffes, greifst Stoff und Gummiband an der Schulter und steckst dort beides zusammen.
Nun dehnst du das Band so weit, dass es glatt liegt und nähst es fest. Es fühlt sich zwar manchmal so an, als würde das Band gleich reißen, aber das tut es nicht. Framilastic ist wirklich extrem elastisch und reißfest.
Im gedehnten Zustand ist das Framilonband recht dünn und fast unsichtbar. Je nach Stofffarbe und Licht siehst du nicht immer, ob du auf dem Band nähst. Allerdings kannst du deutlich hören, wenn du richtig nähst und die Nadel das PU-Band durchstößt. Naht sichern: Da es nicht so einfach ist, auf dem gedehnten Framilonband vor und zurück zu nähen, kannst du die Naht entweder auf der Stelle sichern (wenn deine Nähmaschine das kann) oder du lässt die Fäden etwas länger überstehen und verknotest sie von Hand.
So sieht der Ausschnitt dann aus. Der Stoff ist durch das Gummi sehr gleichmäßig und fein gerafft. Hier seht ihr den Jumpsuit Juno mit gerafftem Ausschnitt in Aktion. Dadurch dass der Ausschnitt so gut dehnbar ist, kann die Maus problemlos von oben in den Einteiler einsteigen. Und auch nach häufiger Verwendung leiert der Ausschnitt nicht aus.

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Optische Raffung
Framilonband eignet sich auch gut, um kleine Raffungen als dekoratives Detail zu nähen, wie zum Beispiel am Hosenbein der Leggings Luna.
Wo kannst du Framilonband kaufen?
Du kannst das PU-Band meistens überall dort kaufen, wo es Nähzubehör gibt, also beispielsweise in Online-Stoffgeschäften, Nähzubehörläden oder Handwerkermessen und -märkte.
Fazit
Framilonband ist ein sehr vielseitiges Material, das in der Welt des Nähens und der Textilherstellung immer beliebter wird. Mit seinen zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten und der Fähigkeit, sowohl praktisch als auch dekorativ zu sein, ist es ein Must-Have in jedem Nähzimmer. Wir hoffen, dass dieser Leitfaden dir geholfen hat, die Welt des Framilonbands zu erkunden und dich zu inspirieren, kreative Projekte zu starten. Und vergiss nicht, dass Übung den Meister macht – also ab an die Nähmaschine und viel Spaß beim Experimentieren mit dem durchsichtigen PU-Band!
Roswitha Deuber meint
DANKE für den Beitrag! Habe schon mal so ein Band vernäht, war mir aber unsicher, wie das genau geht! Jetzt weiß ich besser Bescheid und kann mich ohne Scheu an’s nächste Projekt wagen
Heidi meint
vielen Dank für den Bericht, wollte schon immer mal mit dem Band nähen, hab mich nie getraut. Sobald ich wieder an der Maschine bin versuche ich es.
Judith meint
Danke für die Erklärung. Was ich im Sinne der Nachhaltigkeit toll fände, wäre etwa alternative kunstofffreie Nähmethoden aufzuzeigen(wenn es sie gibt), um sich den Einsatz von Framilon vielleicht zu sparen